Vortragsreihe „Mehr Licht!“


Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3
Kulturwissenschaftler beleuchten das Thema Licht aus der
Perspektive der Literatur, Kunst und Weltreligionen.
(Mittwoch, 23.09. bis Samstag, 26.09. um 17:30 Uhr)


Matuschek klProf. Dr. Stefan Matuschek (Uni Jena)
„Die Physik der Metaphysik: Licht als Metapher der Wahrheit“

Auch was man Metaphysik nennt, hat eine physische Dimension: in den Versuchen, gleichnishaft darzustellen, was Wahrheit und das menschliche Verhältnis zur Wahrheit sei. Der Vortrag wird dies an drei herausragenden Beispielen der Philosophie- und Literaturgeschichte vorstellen: an Platon, Dante und Goethe. Licht als die hauptsächliche, bis in die Begriffssprache hineinreichende Metapher der Wahrheit bietet sich dafür an, und so sind diese drei Beispiele zugleich herausragende Zeugnisse für eine poetische Inszenierung des Lichts.

Mittwoch, 23.09., 17:30–18:30 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


mueller klProf. Dr. Olaf Müller (Humboldt-Universität Berlin)
„Goethe mit Newton im Streit um die Farben“

Newton schickte einst das weiße Licht der Sonne durch ein Prisma und zerlegte es in seine regenbogenbunten Bestandteile. Sein Kritiker Goethe blies 100 Jahre später mit einem eigenen Experiment zum Generalangriff auf Newtons Farbtheorie; er vertauschte die Rollen von Licht und Finsternis und ließ einen schwarzen Schatten durchs Prisma fallen. Es zeigte sich das glatte Gegenteil des newtonischen Spektrums, dessen Farbnegativ, sein Komplement. Besteht nicht weißes Licht, sondern Dunkelheit aus Strahlen unterschiedlicher Farbe? Goethes Kritik an Newtons Theorie des Lichts und der Farben ist klüger und rationaler, als es üblicherweise hingestellt wird. Mithilfe exakt reproduzierbarer Experimente kann Goethe eine Gegentheorie formulieren, die bestens zu allen Experimenten Newtons passt und derselben Logik folgt.

Donnerstag, 24.09., 17:30–18:30 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


Vanderbeke klProf. Dr. Dirk Vanderbeke (Universität Jena)
„Licht aus dunklen Gläsern – Die neuere Physik im Spiegel der Literatur“

Bekanntlich hat die Physik seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts viel von ihrer Anschaulichkeit verloren. Die Ergebnisse und Theorien wurden häufig als bizarr, unverständlich oder widersinnig bezeichnet, ohne deswegen in ihrer Genauigkeit oder Bedeutung in Frage gestellt zu werden. Im Verlauf des Jahrhunderts fand auch fast kontinuierlich eine literarische Auseinandersetzung mit den physikalischen Ideen und Konzepten statt, und dies durchaus nicht nur in der Science Fiction. Der Vortrag beschäftigt sich mit einigen Texten, in denen die moderne Physik auf unterschiedliche Weise und dabei auch für ganz eigene Zwecke herangezogen wird.

Freitag, 25.09., 17:30–18:30 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


Schleissing klDr. Stephan Schleissing (Ludwig Maximilians Universität München)
„Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten“

Seitdem Prometheus den Göttern das Licht stahl, versuchen die Menschen mit Hilfe der Technik ihre Erde bewohnbar zu machen. Seitdem überflutet künstliches Licht den Erdball. Aber Licht öffnet auch für neue Transzendenzen.


Samstag, 26.09., 17:30–18:30 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3