Abendvorträge


Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3
Renommierte WissenschaftlerInnen vermitteln moderne Forschung
– für jedermann verständlich – von moderner Mikroskopie bis zur Optogenetik.
(Mittwoch, 23.09. bis Samstag, 26.09. um 19:00 Uhr)


Hell klProf. Dr. Stefan Hell (MPI Göttingen)
„Grenzenlos scharf: Lichtmikroskopie im 21. Jhdt“

Während des gesamten 20. Jahrhunderts war es eine weithin akzeptierte Tatsache: ein Lichtmikroskop, das herkömmliche Linsen verwendet und somit im optischen Fernfeld arbeitet, kann keine feineren räumlichen Details auflösen als ungefähr die halbe Lichtwellenlänge (>200 nm). In den 1990er Jahren jedoch wurde entdeckt, dass eine Überwindung der klassischen Beugungsgrenze in der Tat möglich ist und dass fluoreszente Probenstrukturen mit einer Auflösung nahe der molekularen Skala untersucht werden können. Im Vortrag werden die einfachen und gleichzeitig sehr mächtigen Prinzipien erläutert, die es erlauben, die auflösungsbegrenzende Rolle der Beugung im optischen Fernfeld zu neutralisieren. Neben den Grundlagen werden auch einige der neueren Fortschritte in diesem Forschungsgebiet aufgezeigt und ihre Relevanz für verschiedene Bereiche, darunter die Lebens- und Materialwissenschaften, an Beispielen verdeutlicht.

Mittwoch, 23.09., 19:00–20:00 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


Ritsch Marte klProf. Dr. Monika Ritsch-Marte (Medizinische Universität Innsbruck)
„Mikro-Werkzeuge aus Laserlicht“

Dass im Licht Energie steckt ist wohlbekannt.  Dass Licht auch mechanische Wirkungen entfalten kann ist weniger offensichtlich: Die optischen Kräfte, die Licht auf Materie ausübt, sind zwar meist sehr schwach, aber in der Mikrowelt können sie durchaus eine große Rolle spielen. Mit optischen Bauteilen, die die Wellenfront von Laserlicht verändern, lassen sich Mikrowerkzeuge aus reinem Licht „schmieden“.  Ein bekanntes Beispiel ist die Optische Pinzette, mit deren Hilfe man einzelne Zellen, Bakterien, Viren oder Nanopartikel berührungsfrei einfangen und gezielt transportieren kann. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der optischen Mikromanipulation.

Donnerstag, 24.09., 19:00–20:00 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


Hegemann klProf. Dr. Peter Hegemann (Humboldt-Universität Berlin)
„Optogenetik – von der Bewegung einzelner Algen bis zur lichtgesteuerten Maus“

Bewegliche einzellige Algen wie Chlamydomonas orientieren sich im Licht  mittels ihres Auges, das die Bewegung der Flagellen steuert.  Im Vortrag wird erklärt, wie dieses Auge und seine sensorischen Photorezeptoren,  die sogenannten Kanalrhodopsine, funktionieren. Diese Kanalrhodopsine werden heute weltweit verwendet, um in neuronalen Netzwerken mit Licht ausgewählte Zellen zu aktivieren und deren Funktion zu untersuchen. Die  Grundzüge dieser Technologie, die als Optogenetik bezeichnet wird,  werden mit einfachen Beispielen erklärt.

Freitag, 25.09., 19:00–20:00 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3


Lesch klProf. Dr. Harald Lesch (Ludwig Maximilians Universität München)
„Wie das Licht in die Welt kommt“

Wie ist das Licht eigentlich in die Welt gekommen? Nur zufällig? Nein! Licht ist ein Teil des Teils, der anfangs alles war. Es wurde aber erst wirklich Licht, als auch der erste Schatten auf die Welt fallen konnte, als nämlich Sterne entstanden. Einer davon, beleuchtet unseren Planeten, auf dessen Oberfläche es längst zum wichtigsten Nahrungsmittel geworden ist. Viele leben eben nur von Licht. Und wir, wir würden gar nicht leben ohne Licht und Geld verdienen lässt sich auch noch damit, was wollen wir mehr.

Samstag, 26.09., 19:00–20:00 Uhr, Hörsaal 1, Carl-Zeiß-Str. 3